Liebe Kolleg:innen,
bereits zum sechsten Mal darf ich Sie im Namen meines Teams der Gynäkologie und Geburtshilfe Hall und auch im Namen der Fachgruppe vertreten durch Obmann Dr. Hugo Lunzer herzlich zu unserem Gyn-Symposium einladen. In diesem Jahr spannen wir einen Bogen über das gesamte Leben, von der Geburt bis zum Lebensende. Damit zeigt sich, dass kaum ein anderes Fach Menschen so kontinuierlich durch alle Lebensphasen begleitet wie die Gynäkologie. Ich freue mich besonders, meinen langjährigen Freund und Kollegen Prof. Ibrahim Alkatout als neuen Ordinarius der Innsbrucker Univ.-Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe begrüßen zu dürfen. In seinem Vortrag wird er den Status Quo und vor allem Zukunftsperspektiven der operativen Ausbildung beleuchten – ein Thema, das angesichts aktueller personeller und struktureller Herausforderungen in unserem Fach neue Impulse braucht. Für den „Beginn des Lebens“ haben wir Prof.in Barbara Fischer aus Wien eingeladen. Sie ist Gruppenleiterin am Konrad-Lorenz-Institut für Evolutions- und Kognitionsforschung (KLI) in Klosterneuburg und lehrt an der Universität Wien am Department für Theoretische Biologie. In ihrer Forschung untersucht sie unter anderem Geburtskomplikationen aus evolutionärer Perspektive und analysiert dafür die Veränderungen des menschlichen Skeletts über Millionen von Jahren. Dabei stellt sich etwa die Frage, warum das weibliche Becken evolutionär nicht breiter ist und ob die „moderne“ Geburtshilfe – der Kaiserschnitt – langfristig die Selektion verändert.
Nichts kann Gefühlszustände, Verbindungen, Sexualität, körperliche und mentale Gesundheit uvm., kurzum das gesamte Leben, mehr beeinflussen als Hormone. Dieses breite Gebiet deckt in Österreich kaum jemand so gut ab wie die bekannte Gynäko-Endokrinologin Prof.in Doris Gruber aus Wien. Sie nimmt uns mit auf einen hormonellen Ritt von der Pubertät über Erkrankungen wie PCOS und Endometriose bis hin zur Peri- und Menopause.
Den Abschluss – sowohl als Programmpunkt als auch thematisch – unseres Bogens durch das weibliche Leben bildet Dr.in Christina Kaneider mit Einblicken in die Begleitung von Menschen am Lebensende – ein Tabu, das quer durch die Gesellschaft Gräben reißt und dennoch kommen gerade wir als Mediziner:innen nicht umhin, uns mit dem Tod auseinanderzusetzen. Selbstbestimmung? Gesetzliche Lage? Welche Erkrankungen? Und viele weitere Fragen, die uns Dr.in Kaneider ausführlich erläutern wird und die wir auch im Anschluss noch breit diskutieren können. Abschließend laden wir herzlich zu einem Umtrunk im Foyer der UMIT ein.
Ich freue mich auf Ihr Kommen!
Ihr Peter Widschwendter
A.ö. Landeskrankenhaus Hall
Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe
